Zum Inhalt springen
Versbuch

Bruch

Kurt Tucholsky · 18901935

17 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 13.Dezember 1918

Von Theobald Tiger

Was aber wird nun aus der Siegsallee?Wird man dieselbe, weil zu royalistisch,zu autokratisch und zu monarchistisch,abfahren in den Neuen See?

Läßt man bei jedem Denkmal die Statur?und setzt nur neue Köpfe auf die Hälse?Nun, sagen wir mal, den von Lüders Elseund Brutus Molkenbuhr?

Weckt man den schönen, weißen Marmor ein?Vor langen Jahren, damals, im Examen,wußt ich, wie alle nach der Reihe kamen …Soll das umsonst gewesen sein?

Und sie ist schön! – Laß uns vorübergehenund lächeln – denn wir wissen ja Bescheid.Ich glaub, wir lassen still die Puppen stehenals Dokumente einer großen Zeit.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Ulk Jahrgang 47. Nummer 50. Seite 198, Rudolf Mosse, Berlin, 13.Dezember 1918
Digitalisat
de.wikisource.org — „Bruch (Tucholsky)“, Fassung 1.011.705 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Kurt Tucholsky starb 1935; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2005 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 11862444X der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

Mehr von Kurt Tucholsky

Alle Gedichte von Kurt Tucholsky ansehen

Gedichte aus dieser Epoche: Moderne und Expressionismus

Die Epoche ist die übliche literaturgeschichtliche Einordnung des AUTORS, nicht des einzelnen Gedichts. Ein spätes und ein frühes Werk desselben Verfassers stehen deshalb hier zusammen. Bei einigen Autoren ist die Einordnung geteilt; das steht dann auf der Epochenseite.