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Versbuch

Die weiblichen Hilfskräfte

Karl Kraus · 18741936

20 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1920

Wir, die Wehrmacht zu entzücken,eingerückte Heereshuren,kehren nunmehr euch den Rückenals Brigade der Lemuren.

Opfernd heldischem Verlangen,angesteckt von eurem Mute,Rosen blühn uns auf den Wangenund die Syphilis im Blute.

Blut und Thränen, Wein und Samenflossen euch zum Bacchanale,und was wir von euch bekamentragen heim wir zum Spitale.

So verabscheut sind wir heute,denn uns schlottern die Gewänder,und wir schleppen unsre Beutein die fernen Hinterländer.

Doch wir wachsen durch die Zeiten!Einstens rast ein Landsturm, brausend,alle Menschheit zu bestreiten,durch ein schauderndes Jahrtausend!

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Ausgewählte Gedichte, S. 61, Verlag der Schriften von Karl Kraus (Kurt Wolff), München, 1920
Digitalisat
de.wikisource.org — „Die weiblichen Hilfskräfte (Kraus)“, Fassung 3.580.063 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Karl Kraus starb 1936; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2006 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118566288 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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