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Versbuch

Wien (später)

Joachim Ringelnatz · 18831934

17 Zeilen · zuerst gedruckt 1928 (EA 1927)

Ich habe gestern drei Liter Sahne getrunkenUnd hinterher ein Würstchen gemacht,Das hat wie versengte Pferdehufe gestunkenAber es sah golden aus und wie eine Acht.Und das soll Umschwung bedeuten;Ist auch schon eingetroffen:Ich bin jetzt beliebt bei den Leuten.Hätt’ ich nur nicht die Sahne gesoffen!Ich bin schon dreimal von Malern gemalt,Wenn auch ganz schief,Und darf auf Gageerhöhung hoffen.Den Glasaufsatz hat ein Gönner bezahlt.Und von Renée kam ein herziger Brief.Kurz, ich hab’ wieder verteufelten Mut.Man kann hier mit Geld wie im Himmel leben.Nur mein Magen ist heute nicht gut,Mußte mich dreizehnmal übergeben.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Reisebriefe eines Artisten, S. 104, 5.–9. Tausend, Ernst Rowohlt, Berlin, 1928 (EA 1927)
Digitalisat
de.wikisource.org — „Wien (später)“, Fassung 3.466.809 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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