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Versbuch

Unterm Tisch

Joachim Ringelnatz · 18831934

12 Zeilen · zuerst gedruckt 1912

Es war ein Stückchen Fromage de brieDas fiel untern Tisch. Man sah nicht wie.Dort standen zwei Lackschuh mit silbernen Schnallen.Die fanden an dem Fromage GefallenUnd traten nach einiger UeberwindungMit ihm in ganz intime Verbindung.Als abends die beiden SchnallengeziertenIn einer feudalen Gesellschaft soupierten,Erhoben sich plötzlich zwei andere SchuheUnd knarrten verlegen und baten um RuheUnd sagten, als alles ruhig war:„Verehrte, es – riecht hier so sonderbar.“

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Die Schnupftabaksdose. Stumpfsinn in Versen und Bildern von Hans Bötticher und Richard Seewald (1889-1976). S. 32, 1. Auflage, R. Piper & Co., München, 1912
Digitalisat
de.wikisource.org — „Unterm Tisch“, Fassung 3.780.611 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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