Zum Inhalt springen
Versbuch

Umzug nach Berlin

Joachim Ringelnatz · 18831934

19 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1932

(1930)

Nach Berlin, nach Berlin,Nach Berlin umzuziehn,Aus der dümmsten Stadt in der Welt —Wie das lockt!! — Ich, verdumpft,Ich, verstockt und verstumpft,Habe endlich mich auf den Kopf gestellt.

Ach wie schön ist's im FreinUnd im Hellen zu sein!Und wär's nur ein luftiges Zelt.Aber gar nach Berlin,Nach Berlin umzuziehn,Aus der dümmsten Stadt in der Welt!

Mir ist wohl, mir ist weh —So als ging ich in See —Denn ich lasse auch Freunde zurück.Doch ihr Freunde, folgt nachAus kleinpopliger SchmachIn den Großkampf um sauberes Glück.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte dreier Jahre Seite 55, 1. Auflage, Ernst Rowohlt Verlag, Berlin, 1932
Digitalisat
de.wikisource.org — „Umzug nach Berlin“, Fassung 3.026.875 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

Mehr von Joachim Ringelnatz

Alle Gedichte von Joachim Ringelnatz ansehen

Gedichte aus dieser Epoche: Moderne und Expressionismus

Die Epoche ist die übliche literaturgeschichtliche Einordnung des AUTORS, nicht des einzelnen Gedichts. Ein spätes und ein frühes Werk desselben Verfassers stehen deshalb hier zusammen. Bei einigen Autoren ist die Einordnung geteilt; das steht dann auf der Epochenseite.