Und auf einmal steht es neben dir
Joachim Ringelnatz · 1883–1934
18 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1933
Und auf einmal merkst du äußerlich:Wieviel Kummer zu dir kam,Wieviel Freundschaft leise von dir wich,Alles Lachen von dir nahm.
Fragst verwundert in die TageDoch die Tage hallen leer.Dann verkümmert deine Klage...Du fragst niemanden mehr.
Lernst es endlich, dich zu fügen,Von den Sorgen gezähmt.Willst dich selber nicht belügenUnd erstickst es, was dich grämt.
Sinnlos, arm erscheint das Leben dir,Längst zu lang ausgedehnt. – –Und auf einmal – –: Steht es neben dir,An dich angelehnt – –Was?Das, was du so lang ersehnt.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- 103 Gedichte, S. 55–56, 1. Auflage, Ernst Rowohlt, Berlin, 1933
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Und auf einmal steht es neben dir“, Fassung 3.778.906 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.
Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.