Umweg
Joachim Ringelnatz · 1883–1934
15 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1928
Ging ein Herz durchs Hirn Güte suchen,Fand sie nicht, doch hörte da durchs OhrZwei Matrosen landbegeistert fluchen,Und das kam ihm so recht rührend vor.
Ist das Herz dann durch die Nase krochen.Eine Rose hat das Herz gestochen,Hat das Herz verkannt.In der Luft hat was wie angebranntSchlecht gerochen.
Und das Wasser schmeckte nach Verrat.Leise schlich das Herz zurück,Schlich sich durch die Hand zur Tat,Hämmerte.Und da dämmerteIhm das Glück.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Allerdings, S. 13, 1. Auflage, Ernst Rowohlt Verlag, Berlin, 1928
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Umweg“, Fassung 3.026.701 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.
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