Privat-Telegramm
Joachim Ringelnatz · 1883–1934
13 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1934
Unsere Kasse darf leer sein.Doch dein Herz darf nicht schwer sein.
Jedes entschlüpfte harte WortVon mir, – streichle du sofort!Und rate mir in gleichem Sinn!!!Jedes Schmollschweigen tobt ohne Sinn
Hetzerisch durch die Brust.Ärger ist stets VerlustUnd Verzeihung ist immer Gewinn.
Unsrer beider Herzen mögen schwer seinDurch gemeinsames Mißgeschick.Aber keine Stunde zwischen uns darf liebeleer sein.
Denn ich liebe dich durch Dünn und Dick.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Gedichte, Gedichte von Einstmals und Heute S. 13, Ernst Rowohlt, Berlin, 1934
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Privat-Telegramm“, Fassung 3.779.175 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.
Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.