Passantin
Joachim Ringelnatz · 1883–1934
12 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1934
So schöner Wuchs! So schöne Haut!So schöne Hände, schöne Haare.Ganz Frauenanmut. – Und für wen gebaut?Und für wie viele Jahre?
Aus Worten, Augen streichelt mich ein Geist,Der mir gefällt und heimlich schön verspricht.Für mich so schön, vielleicht für andre nicht. –Was nützt es mir, da es vorüberreist.
Und nützt mir doch, kann meine PhantasieVersagtes in Konvexes übertragen. –
Die Wolke, die dich labt, du fängst sie nie;Sie hört dich nicht und du kannst ihr nichts sagen.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Gedichte, Gedichte von Einstmals und Heute S. 89–90, Ernst Rowohlt, Berlin, 1934
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Passantin“, Fassung 3.779.305 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.
Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.