Zum Inhalt springen
Versbuch

Ritter

Rainer Maria Rilke · 18751926

19 Zeilen in 2 Strophen · zuerst gedruckt 1906

Reitet der Ritter in schwarzem Stahlhinaus in die rauschende Welt.Und draußen ist alles: Der Tag und das Thalund der Freund und der Feind und das Mahl im Saalund der Mai und die Maid und der Wald und der Gral,und Gott ist selber vieltausendmalan alle Straßen gestellt.

Doch in dem Panzer des Ritters drinnen,hinter den finstersten Ringen,hockt der Tod und muß sinnen und sinnen:Wann wird die Klinge springenüber die Eisenhecke,die fremde befreiende Klinge,die mich aus meinem Versteckeholt, drin ich so vielegebückte Tage verbringe, –daß ich mich endlich streckeund spieleund singe.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Das Buch der Bilder 1. Buch Teil 1, S. 12, Zweite sehr vermehrte Auflage, Axel Junker Verlag, Berlin / Leipzig, Stuttgart, 1906
Digitalisat
de.wikisource.org — „Ritter“, Fassung 2.353.153 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Rainer Maria Rilke starb 1926; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1996 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601024 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

Mehr von Rainer Maria Rilke

Alle Gedichte von Rainer Maria Rilke ansehen

Gedichte aus dieser Epoche: Moderne und Expressionismus

Die Epoche ist die übliche literaturgeschichtliche Einordnung des AUTORS, nicht des einzelnen Gedichts. Ein spätes und ein frühes Werk desselben Verfassers stehen deshalb hier zusammen. Bei einigen Autoren ist die Einordnung geteilt; das steht dann auf der Epochenseite.