Der Globus
Joachim Ringelnatz · 1883–1934
12 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1924
„Wo sitzt“, so frug der Globus leiseUnd naseweis die weise, weiße,Unübersehbar weite Wand,„Wo sitzt bei uns wohl der Verstand?“
Die Wand besann sich eine Weile.Sprach dann: „Bei dir – im Hinterteile!“
Nun dreht seitdem der Globus leiseSich um und um herum im Kreise –Als wie am Bratenspieß ein Huhn,Und wie auch wir das schließlich tun –Dreht stetig sich und sucht derweilSein Hinterteil, sein Hinterteil.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Kuttel-Daddeldu, S. 92, Kurt Wolff Verlag, München, 1924
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Der Globus“, Fassung 3.089.943 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.
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