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Versbuch

Der Ganges rauscht, mit klugen Augen schauen

Heinrich Heine · 17971856

15 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1844

II.

Der Ganges rauscht, mit klugen Augen schauenDie Antilopen aus dem Laub, sie springenHerbey muthwillig, ihre bunten SchwingenEntfaltend wandeln stolzgespreitzte Pfauen.

Tief aus dem Herzen der bestrahlten AuenBlumengeschlechter, viele neue, dringen,Sehnsuchtberauscht ertönt Kokila’s Singen –Ja, du bist schön, du schönste aller Frauen!

Gott Kama lauscht aus allen deinen Zügen,Er wohnt in deines Busens weißen Zelten,Und haucht aus dir die lieblichsten Gesänge;

Ich sah Wassant auf deinen Lippen liegen,In deinem Aug’ entdeck’ ich neue Welten,Und in der eignen Welt wird’s mir zu enge.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Neue Gedichte. Seiten 138, 1. Auflage, Hoffmann und Campe, 1844
Digitalisat
de.wikisource.org — „Der Ganges rauscht, mit klugen Augen schauen“, Fassung 3.087.965 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Heinrich Heine starb 1856; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1926 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118548018 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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