Immerhin, so viel sie mag
Georg Friedrich Daumer · 1800–1875
33 Zeilen in 9 Strophen · zuerst gedruckt 1846
CLXXIII.
Immerhin, so viel sie magWider dich zum StreitRüste sich zelotischePöbelhaftigkeit!
Hege keine Furcht, Hafis!Gnädig ohne MaßHält dir Allah seinen Schirm,Seinen Lohn bereit.
Selsebile spendet er,Welche deinem MundSeine hohe Sonne kochtIn der heißen Zeit.
Manchen ungeflügeltenEngel sendet er,Dir zu scheuchen wundersüßJede Bitterkeit.
Nicht genug; ein UeberschußSeiner Gnaden ist,Daß er auch des DichterrangsSchöne Krone leiht.
Sina lernt und GriechenlandDeine Melodei,Neidet deinem Liede schonDie Unsterblichkeit.
Eine Wallfahrtstätte wirdDeiner Gruft dereinst,Lockerem Gesindel stetsHeilig und geweiht.
Ja du steckst, so wie du todt,Dein verklärtes HauptMitten aus der Sonne PrachtIn die Zeitlichkeit.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Hafis. Eine Sammlung persischer Gedichte: nebst poetischen Zugaben aus verschiedenen Völkern und Ländern. S. 107-108, 1. Auflage, Hoffmann und Campe, Hamburg, 1846
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Immerhin, so viel sie mag“, Fassung 624.976 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Georg Friedrich Daumer starb 1875; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1945 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118678957 der Deutschen Nationalbibliothek.
Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.