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Versbuch

Die Wetterfahne

Frank Wedekind · 18641918

24 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 28.2.1906

Du auf deinem höchsten Dach,Ich in deiner Nähe;Doch die wahre Liebe, ach,Schwankt in solcher Höhe.Du in deinem Herzen leer,Ich in blindem Wahne –Dreh dich hin, dreh dich her,Schöne Wetterfahne!

Unterhaltend pfeift der Wind,Bläst uns um die Ohren;Von des Himmels Freuden sindKeine noch verloren!Glaubst du, daß verliebt ich bin,Weil ich dich ermahne?Dreh dich her, dreh dich hin,Schöne Wetterfahne!

Drehn wir uns auf hohem TurmImmer frisch und munter!Ach der erste WintersturmSchleudert dich hinunter.Wenn dann auch verflogen wär,Was ich jetzt noch ahne …Dreh dich hin, dreh dich her,Schöne Wetterfahne!

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Die Fackel. Jg. 7 (1906), Heft 197, S. 13, Verlag „Die Fackel“, Wien, 28.2.1906
Digitalisat
de.wikisource.org — „Die Wetterfahne“, Fassung 3.580.573 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Frank Wedekind starb 1918; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1988 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118629867 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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