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Versbuch

Galaswinte

Conrad Ferdinand Meyer · 18251898

25 Zeilen · zuerst gedruckt 1882

Im Saale jubelt Hochzeit –Die Arme vor dem BusenKreuzt Fredegund in Demut,Des Königs list’ge Buhlin:„Ich bin die Magd und leuchteDem Bräutchen auf die Kammer!“Die AlabasterampelMit römischen Sculpturen,Die schwebend einst geschimmertIn stillem Grabesdunkel,Trägt Fredegund in DemutUnd hellt die Hochzeitskammer,Sie setzt die Ampel niederUnd geht und lächelt tückisch.Die zarte GalaswinteBlickt in die weh’nde Flamme,Die Flamme loht und flackert,Die Ampel springt in Scherben,Die Fürstin weint im Dunkel:„Die mich gebracht aus Spanien,Dein Kind dem Frankenkönig,Jetzt drehst du auf dem RosseIm Schein der WanderfackelNoch einmal dich und breitestNach mir die Arme, Mutter!“

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte, S. 221, 1. Auflage, Verlag von H. Haessel, Leipzig, 1882
Digitalisat
de.wikisource.org — „Galaswinte“, Fassung 2.085.724 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Conrad Ferdinand Meyer starb 1898; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1968 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118581775 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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