Der Hecht
Christian Morgenstern · 1871–1914
12 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1981
Ein Hecht, vom heiligen Antōnbekehrt, beschloß, samt Frau und Sohn,am vegetarischen Gedankenmoralisch sich emporzuranken.
Er aß seit jenem nur noch dies:Seegras, Seerose und Seegries.Doch Gries, Gras, Rose floß, o Graus,entsetzlich wieder hinten aus.
Der ganze Teich ward angesteckt.Fünfhundert Fische sind verreckt.Doch Sankt Antōn, gerufen eilig,sprach nichts als: Heilig! heilig! heilig!
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Alle Galgenlieder. S. 45, Diogenes, Zürich, 1981
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Der Hecht“, Fassung 3.779.994 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Christian Morgenstern starb 1914; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1984 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 11881169X der Deutschen Nationalbibliothek.
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