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Versbuch

Der Gingganz

Christian Morgenstern · 18711914

14 Zeilen in 7 Strophen · zuerst gedruckt 1905

Ein Stiefel wandern und sein Knechtvon Knickebühl gen Entenbrecht.

Urplötzlich auf dem Felde draußbegehrt der Stiefel: Zieh mich aus!

Der Knecht drauf: Es ist nicht an dem;doch sagt mir, lieber Herre, –: wem?

Dem Stiefel gibt es einen Ruck:Fürwahr, beim heiligen Nepomuk,

ich GING GANZ in Gedanken hin...Du weißt, daß ich ein andrer bin,

seitdem ich meinen Herrn verlor ...Der Knecht wirft beide Arm’ empor,

als wollt er sagen: Laß doch, laß!Und weiter zieht das Paar fürbaß.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Galgenlieder, Verlag von Bruno Cassirer, Berlin, 1905
Digitalisat
de.wikisource.org — „Der Gingganz“, Fassung 3.791.313 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Christian Morgenstern starb 1914; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1984 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 11881169X der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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