Auff den Sontag deß ernehrenden Versorgers / oder VII. Sontag nach dem Fest der H. Dreyeinigkeit / Marc. 8.
Andreas Gryphius · 1616–1664
14 Zeilen · zuerst gedruckt 1658
WEnn gleich kein Mittel wä’r / vnd aller Trost verschwinde:Vnd ich ohn Hülff vnd Trost nur vngepflügtes LandVnd gar nicht fruchtbar Holtz / vnd öder wüsten SandIn höchster Hungers-Noth für meinen Augen fünde:So zag’ ich dennoch nicht. Denn könt auch seinem KindeDer vor vier tausend Mann hier Brodt vnd Speise fandVnd überbleiben ließ? Verschliessen Hertz vnd Hand?Drumb ists vmbsonst / daß ich mich selbst mit Sorgen binde!Nicht ohn ists / ich bin arm / vnd mit viel Angst beschwertDoch weiß ich: wer nur stets zu Gott die Sinnen kehrtDen gantz kein Sünden Netz / kein Zweifel-Strick kan fangen:Der gutt’s zu thun sich müht: der Christum fleissig hörtVnd Ihn mit fester Treu’ vnd reinem Leben ehrt /Wird / was er darff vnd wil / mit Vberfluß erlangen.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Freuden vnd Trauer-Spiele auch Oden vnd Sonnette sampt Herr Peter Squentz Schimpff-Spiel. Sonnette. Das Dritte Buch. S. 83f., Johann Lischke, Breßlau, 1658
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Auff den Sontag deß ernehrenden Versorgers“, Fassung 1.526.671 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Andreas Gryphius starb 1664; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1734 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118543032 der Deutschen Nationalbibliothek.
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