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Versbuch

Siegeslied

Alfred Henschke · 18901928

24 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1916

Brüder, laßt im frohen KreisHerz und Becher klingen!Was das goldne Leben weiß,Soll die Freude zwingen!Und im selbstgeformten BildMag es sich entfalten –Was in tiefster Seele quillt,Will zum Lichte walten.

Grauer Tag versank in Nacht,Und die Kerzen sprühen.Dunkel ist allein gemachtUm der Seele Glühen.Herrlich fühle ich mich nahGrößesten Bezirken –Was ich einst im Gotte sah,Wird im Freunde wirken.

Bruder, halte deine HandFest auf meinem Herzen.Ist’s erst in Kristall gebannt,Wird es nicht mehr schmerzen.In der Erde braunen SchachtMag’s geruhig sinken –Bis die Sonne sich entfachtUnd die Tiefen blinken.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Dragoner und Husaren. Die Soldatenlieder von Klabund. S. 47, 5. Tausend, Georg Müller, München, 1916
Digitalisat
de.wikisource.org — „Siegeslied“, Fassung 644.478 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Alfred Henschke starb 1928; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1998 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 1182379923 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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