Soldatenlied
Alfred Henschke · 1890–1928
30 Zeilen in 6 Strophen · zuerst gedruckt 1913
Es ist kein schöner Leben,Als Musketier zu sein,Sein teures Blut hingebenUms Vaterland alleinFür zweiundzwanzig Pfennige
Wir schmeißen unsre BeineWohl im Parademarsch.Der Hauptmann heißt uns Schweine,Der Leutenant ist weniger barschFür zweiundzwanzig Pfennige .
Wenn nicht die Madeln wärenIn Küche und in Haus,Die unsern Rock verehren,Wie hielten wir es aus?Für zweiundzwanzig Pfennige ?
Sie aber stehn des AbendsUm Acht vor der Kasern’,Und Wurst und Schinken habens,Die ißt ein Musketier so gernFür zweiundzwanzig Pfennige
Doch sind die beiden JahreVergangen und zu End:Schorschl ade und Kare,Und Mari, nicht geflennt!Für zweiundzwanzig Pfennige
Ich bin gelernter Schuster,Such mir mein Unterhalt,Und hab ich ihn gefunden,Juchhe! dann ist die Hochzeit baldFür zweiundzwanzig Pfennige
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Morgenrot! Klabund! Die Tage dämmern!, S. 64–65, Erich Reiß Verlag, Berlin, 1913
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Soldatenlied (Klabund)“, Fassung 1.104.021 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Alfred Henschke starb 1928; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1998 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 1182379923 der Deutschen Nationalbibliothek.
Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.