In der Stadtbahn
Alfred Henschke · 1890–1928
14 Zeilen in 2 Strophen · zuerst gedruckt 1927
Ein feiles Mädchen, schön und aufgetakelt,ihr gegenüber, grün und unbemakelt,ein Jüngling, dessen Hände sanft behütenzwei Veilchensträußchen in den Seidendüten.Sie sieht ihn an. Er lächelt traurig blöde:Mein Gott, wie wird das heute wieder ödebei Tante Linchen, die Geburtstag feiert. –
Die Dame hat sich nunmehr ganz entschleiert.Da ist er hingerissen, starrt ein Weilchen,und reicht ihr wortlos alle seine Veilchen.Nun hat er nichts, für Tante kein Präsent …Er wundert sich – das schöne Fräulein flennt:Und ihre blassen Tränen auf die blauenMärzveilchen wie Gelübde niedertauen.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Die Harfenjule S. 5–6, 1. Auflage, Die Schmiede, Berlin, 1927
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „In der Stadtbahn“, Fassung 3.779.760 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Alfred Henschke starb 1928; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1998 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 1182379923 der Deutschen Nationalbibliothek.
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