Fünf Mark
Alfred Henschke · 1890–1928
17 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1913
In meiner Straße nachts steht eine(Immer dieselbe) Lausekleine,Und grüßt mich krächzend mit Geplärr:Fünf Mark, mein Herr, fünf Mark, mein Herr.
Ich habe es mir mild verbeten,Da ist sie näher nur getreten,Ihr dürrer Leib schwoll schattengroß:Fünf Mark ja bloß, fünf Mark ja bloß.
Grüß Gott –, der Leichenwagen rumpelt,Ihr Schatz und eine Vettel humpeltStier gröhlend hinter ihrem Sarg:Fünf Mark, mein Herr, mein Herr, fünf Mark.
Man schmiß sie in die Armenerde,Ihr Schatz gab ihr als ReisezehrdeZur Fahrt ins Dunkel in den Sarg:Fünf Mark, mein Herr, mein Herr, fünf Mark,
Fünf funkelnagelneue Mark.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Morgenrot! Klabund! Die Tage dämmern!, S. 38, Erich Reiß Verlag, Berlin, 1913
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Fünf Mark“, Fassung 2.308.406 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Alfred Henschke starb 1928; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1998 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 1182379923 der Deutschen Nationalbibliothek.
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