Zum Inhalt springen
Versbuch

Vermälte

Ada Christen · 18441901

16 Zeilen · zuerst gedruckt 1870

O sieh’, wie von der Wahrheit WortDie kalten gift’gen Nebel schwanden,Gesegnet sei der Tag hinfort,An welchem wir uns wieder fanden.Wie lange hielt uns Menschen TrugUnd stolzes Schweigen dumpf umfangen,Wie hemmten wir der Seelen Flug,Die zweifelnd in dem Dunkel rangen.Und stehen wir uns weltenfern,Ist auch vergeudet unser Leben,Ich habe jedes Leid doch gernAus tiefstem Herzen Dir vergeben.Es ist des Glückes letzte Huld,Das wir uns heut’ die Hände reichen;Wir büßen ja die alte Schuld,Gekettet an lebend’ge Leichen.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Aus der Asche. Neue Gedichte. Seite 9, Hoffmann & Campe, Hamburg, 1870
Digitalisat
de.wikisource.org — „Vermälte“, Fassung 4.427.740 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Ada Christen starb 1901; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1971 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 119549263 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

Mehr von Ada Christen

Alle Gedichte von Ada Christen ansehen

Gedichte aus dieser Epoche: Realismus

Die Epoche ist die übliche literaturgeschichtliche Einordnung des AUTORS, nicht des einzelnen Gedichts. Ein spätes und ein frühes Werk desselben Verfassers stehen deshalb hier zusammen. Bei einigen Autoren ist die Einordnung geteilt; das steht dann auf der Epochenseite.