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Versbuch

Dorfsonntag

Rainer Maria Rilke · 18751926

12 Zeilen in 2 Strophen · zuerst gedruckt 1955

Im Wirtshaus auf den blanken Dielenschwingt sich die Jugend frisch und laut,des Burschen Hand, so hart von Schwielen,drückt die des blonden Mädchens traut;bierfrohe Musikanten spielenein Lied aus der ›Verkauften Braut‹.

»Trinkt zu! Ich will euch heut besolden.«Der Pfarrherr. Der liebt muntern Geist.Und wie er nach dem Tanz die Holdenzu seinem Tische kommen heißt,da geht der Abend draußen, golden,und lacht durch alle Fenster dreist.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Larenopfer. In: Sämtliche Werke, Band I, S. 40-41., Insel-Verlag, Frankfurt am Main, 1955
Digitalisat
de.wikisource.org — „Dorfsonntag“, Fassung 3.779.540 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Rainer Maria Rilke starb 1926; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1996 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601024 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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