So kann ein Wiedersehen sein ...
Joachim Ringelnatz · 1883–1934
13 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1934
So kann ein Wiedersehn sein,Daß Augenpaare tief einander messen.
„Lang, lang ist’s her. Und dochHast du mich nicht – konnt ich dich nicht –Vergessen.“
Froh war es einst. – Hat wenig sich bewährt. –Viel starb vom Wenig. – Alte Bäume rauschenUnd neigen sich vornander ernst und lauschenWie Kinder einem Märchen, aber abgeklärt.Denn was geschah, das muß wohl so geschehn sein.
Nun ist’s, als rückten wir, ohn Worte, ohne Tat,Enger zusammen, wie zu einem Skat,Aber erlebt, erliebt! – So soll ein Wiedersehn sein.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Gedichte, Gedichte von Einstmals und Heute S. 8, Ernst Rowohlt, Berlin, 1934
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „So kann ein Wiedersehen sein“, Fassung 3.779.953 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.
Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.