Morgenträume
Otfried Krzyzanowski · 1886–1918
12 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1919
Mit der Morgenröte erstem LohenIst ein braunes schlankes Pferd entflohen:Klingt sein Hufschlag in den hohlen Gassen,Hat uns alter tiefer Gram verlassen.
Dringt der Hall an unsre Träumerohren,Weckt er Drang und Lust, die neugeborenAller Not entkamen: Ein VersöhnenWiegt uns in der Erde dumpfes Dröhnen.
Lassen wir uns wiegen: fort uns tragen –Fern im Saal, wo Raum und Wände ragenWandeln wir dahin mit leichten Schritten,Alle Schwere ist vom Kleid geglitten.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Unser täglich Gift S. 11, 1. Auflage, Kurt Wolff Verlag, Leipzig, 1919
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Morgenträume“, Fassung 1.044.611 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Otfried Krzyzanowski starb 1918; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1988 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 128523778 der Deutschen Nationalbibliothek.
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