Zum Inhalt springen
Versbuch

An Belinden

Johann Wolfgang von Goethe · 17491832

21 Zeilen in 6 Strophen · zuerst gedruckt 1775

Warum ziehst du mich unwiderstehlich,Ach! in iene Pracht?War ich guter Junge nicht so seeligIn der öden Nacht!

Heimlich in mein Zimmerchen verschloßen,Lag im Mondenschein,Ganz von seinem Schauerlicht umfloßen –Und ich dämmert ein.

Träumte da von vollen goldnen Stunden,Ungemischter Lust!Ahndungsvoll hatt’ ich dein Bild empfundenTief in meiner Brust.

Bin ich’s noch, den du bey so viel LichternAn dem Spieltisch hältst?Oft so unerträglichen GesichternGegenüber stellst?

Reizender ist mir des FrühlingsblütheNun nicht auf der Flur;Wo du Engel bist, ist Lieb und Güte,Wo du bist, Natur.

P.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
aus der Zeitschrift: J. G. Jacobi: Iris, Zweyter Band; Düsseldorf: 1775; S. 240–241, off, Düsseldorf, 1775
Digitalisat
de.wikisource.org — „An Belinden“, Fassung 3.778.929 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Johann Wolfgang von Goethe starb 1832; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1902 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118540238 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

Mehr von Johann Wolfgang von Goethe

Alle Gedichte von Johann Wolfgang von Goethe ansehen

Gedichte aus dieser Epoche: Klassik und Sturm und Drang

Die Epoche ist die übliche literaturgeschichtliche Einordnung des AUTORS, nicht des einzelnen Gedichts. Ein spätes und ein frühes Werk desselben Verfassers stehen deshalb hier zusammen. Bei einigen Autoren ist die Einordnung geteilt; das steht dann auf der Epochenseite.