Lied eines Hagestolzen
Johann Baptist von Alxinger · 1755–1797
24 Zeilen in 6 Strophen · zuerst gedruckt 1780
Predigt mir von Hymen nicht,Rühmt mir nicht das Glück der Ehen!Hymen ist ein Bösewicht,Und ich weiß, was ich gesehen:
Für die fade TändeleyDer zwo ersten Flitterwochen,Ich, wie Deutschlands Götter frey,Ich mich selber unterjochen?
Wurm genug beym finstern BlickEines Weibsens mich zu winden,Thor genug, mein künftig GlückAn ihr Nachtkorset zu binden?
Und o dich Zufriedenheit!Nur par rénomée zu kennen,Weil mit falscher ZärtlichkeitMich Popanzen Vater nennen?
Traut nur auf ein Weiberherz,Kürzt nur eure Lebensjahre,Von der Schäferliebe SchmerzHingepeitschet zum Altare!
Mag der gute Himmel sichEurer Raserey erbarmen!Freyheit! dich, ich fasse dich,Fasse dich mit beiden Armen.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Gedichte S. 59–60, 1. Auflage, Johann Jacob Gebauer, Halle, 1780
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Lied eines Hagestolzen“, Fassung 2.966.808 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Johann Baptist von Alxinger starb 1797; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1867 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118648594 der Deutschen Nationalbibliothek.
Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.