Zum Inhalt springen
Versbuch

Rundlauf

Joachim Ringelnatz · 18831934

12 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1923

Heran in die Tiefe, seitab in die Höh –Auf der Reise im Kreise gewiegt.Die Mädels, die Buben, Madame und Monsieur,Das baumelt und taumelt und fliegt.

Es schweben die Röcke wie Glocken dahin,Und ein viel tätowierter Gesell,Der fiedelt und sieht nur die Klöppel darin,Und er spielt, und er fühlt Karussell.

Ein strudelnder Drall im ätherischen Bad,Vor dem selbst der König sich bückt.O Leben im Winkel von 50 Grad,Du lachst uns und machst uns verrückt.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Turngedichte, Kurt Wolff Verlag, München, 1923
Digitalisat
de.wikisource.org — „Rundlauf“, Fassung 3.779.706 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

Mehr von Joachim Ringelnatz

Alle Gedichte von Joachim Ringelnatz ansehen

Gedichte aus dieser Epoche: Moderne und Expressionismus

Die Epoche ist die übliche literaturgeschichtliche Einordnung des AUTORS, nicht des einzelnen Gedichts. Ein spätes und ein frühes Werk desselben Verfassers stehen deshalb hier zusammen. Bei einigen Autoren ist die Einordnung geteilt; das steht dann auf der Epochenseite.