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Versbuch

An ein startendes Flugzeug

Joachim Ringelnatz · 18831934

16 Zeilen in 4 Strophen · zuerst gedruckt 1929

Da stehst du in nächster NäheVor mir, stumm, starr, dumm und grau.Torkle davon, du listige Krähe,Töff töff und surr und dann auf in das Blau.

Weiß ich doch, daß du ganz genau weißt,Was du zu tun hast, damit du fliegst.

Wenn du so leicht in den Lüften kreist,Ein wenig wippst und ein wenig dich wiegst,Fehlt nur noch, daß du trillerst und singstWie ein Vogel im erdfernen Glück.Ach dann scheint uns: Am liebsten gingstDu gar nicht wieder zum Boden zurück.

Um Gottes willen, du Loser, entrinn nichtDer Erde, die doch menschlich dich schuf.Überstürz dich auch nicht und besinn dichAuf unser Vertraun und auf deinen Beruf.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Flugzeuggedanken, 1. Auflage, Ernst Rowohlt Verlag, Berlin, 1929
Digitalisat
de.wikisource.org — „An ein startendes Flugzeug“, Fassung 3.779.652 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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