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Versbuch

An einen Glasmaler

Joachim Ringelnatz · 18831934

16 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1929

Ja, du weißt: Es richten deineFarben sich nach jedem Scheine,Immer nur nach andrer Meinung,Kläglich mildBis kitschig wild,Durch sich selbst niemals Erscheinung.

Dein Genie erwählt mit großemBlicke aus CharakterlosemTeile klug sich zu Organen.Untertanen,Die du streng wie innig meisterstUnd für deinen Dienst begeisterst:Aus dem Licht, das unser LebenStimmt, Einleuchtendes zu geben.

Wie’s gelingt, verwandeln deineKünste Glas in Edelsteine.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Flugzeuggedanken, 1. Auflage, Ernst Rowohlt Verlag, Berlin, 1929
Digitalisat
de.wikisource.org — „An einen Glasmaler“, Fassung 3.779.945 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Joachim Ringelnatz starb 1934; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 2004 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601121 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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