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Versbuch

Heinrich

Heinrich Heine · 17971856

26 Zeilen in 7 Strophen · zuerst gedruckt 1844

IX.Heinrich.

Auf dem Schloßhof zu CanossaSteht der deutsche Kaiser Heinrich,Baarfuß und im Büßerhemde,Und die Nacht ist kalt und regnigt.

Droben aus dem Fenster lugenZwo Gestalten, und der MondscheinUeberflimmert Gregors KahlkopfUnd die Brüste der Mathildis.

Heinrich, mit den blassen Lippen,Murmelt fromme Paternoster;Doch im tiefen KaiserherzenHeimlich knirscht er, heimlich spricht er:

„Fern in meinen deutschen LandenHeben sich die starken Berge,Und im stillen BergesschachteWächst das Eisen für die Streitaxt.

„Fern in meinen deutschen LandenHeben sich die Eichenwälder,Und im Stamm der höchsten EicheWächst der Holzstiel für die Streitaxt.

„Du, mein liebes treues Deutschland,Du wirst auch den Mann gebähren,Der die Schlange meiner QualenNiederschmettert mit der Streitaxt.“

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Neue Gedichte, Zeitgedichte. S. 243–244, 1, Hoffmann und Campe, Hamburg, 1844
Digitalisat
de.wikisource.org — „Heinrich (Heine)“, Fassung 4.415.979 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Heinrich Heine starb 1856; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1926 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118548018 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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