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Versbuch

Die Ilse

Heinrich Heine · 17971856

32 Zeilen in 8 Strophen · zuerst gedruckt 1827

Ich bin die Prinzessin Ilse,Und wohne im Ilsenstein;Komm mit nach meinem Schlosse,Wir wollen selig seyn.

Dein Haupt will ich benetzenMit meiner klaren Well’,Du sollst deine Schmerzen vergessen,Du sorgenkranker Gesell!

In meinen weißen Armen,An meiner weißen Brust,Da sollst du liegen und träumenVon alter Mährchenlust.

Ich will dich küssen und herzenWie ich geherzt und geküßtDen lieben Kaiser Heinrich,Der nun gestorben ist.

Es bleiben todt die Todten,Und nur der Lebendige liebt;Und ich bin schön und blühend,Mein lachendes Herze bebt.

Und bebt mein Herz dort unten,So klingt mein kristallenes Schloß,Es tanzen die Fräulein und Ritter,Es jubelt der Knappentroß.

Es rauschen die seidenen Schleppen,Es klirren die Eisenspor’n,Die Zwerge trompeten und pauken,Und fiedeln und blasen das Horn.

Doch dich soll mein Arm umschlingenWie er Kaiser Heinrich umschlang;Ich hielt ihm zu die Ohren,Wenn die Trompet’ erklang.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Buch der Lieder, Aus der Harzreise, S. 303–304, 1, Hoffmann und Campe, Hamburg, 1827
Digitalisat
de.wikisource.org — „Die Ilse“, Fassung 3.778.650 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Heinrich Heine starb 1856; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1926 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118548018 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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