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Versbuch

Auto-da-fé

Heinrich Heine · 17971856

17 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1851

Auto-da-fe.

Welke Veilchen, stäub’ge Locken,Ein verblichen blaues Band,Halb zerrissene Billette,Längst vergessner Herzenstand –

In die Flammen des KaminesWerf’ ich sie verdrossnen Blicks;Aengstlich knistern diese TrümmerMeines Glücks und Mißgeschicks.

Liebeschwüre, flatterhafteFalsche Eide, in den SchlotFliegen sie hinauf – es kichertUnsichtbar der kleine Gott.

Bei den Flammen des KaminesSitz’ ich träumend, und ich seh’Wie die Fünkchen in der AscheStill verglühn – Gut’ Nacht – Ade!

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Romanzero. Zweites Buch. Lamentationen. Seite 166, 1. Auflage, Hoffmann und Campe, Hamburg, 1851
Digitalisat
de.wikisource.org — „Auto-da-fé“, Fassung 1.056.995 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Heinrich Heine starb 1856; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1926 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118548018 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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