Ein bischen Freude
Conrad Ferdinand Meyer · 1825–1898
15 Zeilen in 3 Strophen · zuerst gedruckt 1882
Wie heilt sich ein verlassen Herz,Der dunkeln Schwermuth Beute?Mit Becher-Rundgeläute?Mit bitterm Spott? Mit frevlem Scherz?Nein. Mit ein bischen Freude!
Wie flicht sich ein zerrissner Kranz,Den jach der Sturm zerstreute?Wie knüpft sich der erneute?Mit welchem Endchen bunten Bands?Mit nur ein bischen Freude!
Wie sühnt sich die verjährte Schuld,Die bitterlich bereute?Mit einem strengen Heute?Mit Büßerhast und Ungeduld?Nein. Mit ein bischen Freude!
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Gedichte, S. 49, 1. Auflage, Verlag von H. Haessel, Leipzig, 1882
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Ein bischen Freude“, Fassung 3.630.923 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Conrad Ferdinand Meyer starb 1898; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1968 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118581775 der Deutschen Nationalbibliothek.
Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.