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Versbuch

Das Schach

Christian Morgenstern · 18711914

16 Zeilen · zuerst gedruckt 1910

Zum großen Geist des Universums tratein Sterblicher von dem Planeten Erde.„Was bringst du mir in meine Einsamkeit?Bringst du den Vorwurf, daß ich dich erschuf,den Anspruch, daß ich dich entschädigen soll,die Nachricht, daß dein Stern zuschanden ward,den Vorschlag einer neuen ‚bessern‘ Welt?“„Von allem nichts, du hoher Geist,“ so sprachder Sterbliche zurück – „ich bringe direin Spiel dafür, das all dies in sich trägt:Des Lebens Tragik wie Notwendigkeit,wie du, Notwendiger und Tragischer,es uns erschufst: ein Spiel, der Spiele Spiel;für deine weltumrauschte Einsamkeitdas einzige Spiel, wie es das meine war:Ich bringe dir, mein hoher Geist – das Schach.“

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Die Schaubühne. Sechster Jahrgang. Zweiter Band. Seite 1248, Erich Reiß, Berlin, 1910
Digitalisat
de.wikisource.org — „Das Schach“, Fassung 2.572.029 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Christian Morgenstern starb 1914; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1984 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 11881169X der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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