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Versbuch

Der Gebrauch der Jugend

Christian Felix Weiße · 17261804

20 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1758

Was hilft das Leben, wenn man es nicht nützt?Wenn man die fröliche ZeitZu lieben sich verbeut:O Doris, was hilft dir dein Leben anitzt?

Was nützt die Rose wenn man sie nicht bricht?Man geht unfühlend vorbey,Fragt nicht, wie schön sie sey;Sie stirbt, kein Liebling beklaget sie nicht!

Was nützt die Traube, wenn man sie nicht preßt?Sie muß durch göttlichen Wein,Erst unser Herz erfreun;Sonst schmückt sie traurig das durstige Fest.

Was hilft die Schönheit, die ungenützt flieht?Zu keinem Kusse verführt,Matt, kindisch, ungerührt,Entweicht sie im Jahren des Lenzes verblüht.

Wohl! ich bin jung; du, Doris, bist schön!Wenn meine Jugend verraucht;Dein Reitz flieht ungebraucht,So denke, wie werden wir beyde bestehn?

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Scherzhafte Lieder. S. 68–69, 1. Auflage, Weidemann, Leipzig, 1758
Digitalisat
de.wikisource.org — „Der Gebrauch der Jugend“, Fassung 3.087.980 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Christian Felix Weiße starb 1804; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1874 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118630563 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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