Zum Inhalt springen
Versbuch

Sonette des Spielers: Poker

Alfred Henschke · 18901928

15 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1927

Poker (Damenvierling).

Wem je die Muse sich vervierfacht bot,der wandelt trunken über diese Auen.Was dünken ihn die Haus- und Straßenfrauen,und was Narzissenwind im Abendrot.

Er schlägt drei Könige bedeutsam tot.Selbst eine volle Hand darf er beschauen.Er schüttet in den Abgrund jenen lauenKübel voll Jammertum und Menschennot.

Melpomene, du mit der Maske Pik,Thalia, Sterngelächter hell im Herzen,du Klio, trefflich, mit dem Zeichen Sieg –

Oft stand ich sumpfversunken tief in Schmerzen,da winkte, daß die Seele mondwärts stieg,Kalliope mit goldnen Hochzeitskerzen.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Die Harfenjule S. 40, 1. Auflage, Die Schmiede, Berlin, 1927
Digitalisat
de.wikisource.org — „Poker“, Fassung 1.526.416 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Alfred Henschke starb 1928; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1998 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 1182379923 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

Mehr von Alfred Henschke

Alle Gedichte von Alfred Henschke ansehen

Gedichte aus dieser Epoche: Moderne und Expressionismus

Die Epoche ist die übliche literaturgeschichtliche Einordnung des AUTORS, nicht des einzelnen Gedichts. Ein spätes und ein frühes Werk desselben Verfassers stehen deshalb hier zusammen. Bei einigen Autoren ist die Einordnung geteilt; das steht dann auf der Epochenseite.