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Versbuch

Erleuchtung

Heinrich Heine · 17971856

18 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1844

XXII.Erleuchtung.

Michel! fallen dir die SchuppenVon den Augen? Merkst du itzt,Daß man dir die beßten SuppenVor dem Maule wegstibitzt?

Als Ersatz ward dir versprochenReinverklärte Himmelsfreud’Droben, wo die Engel kochenOhne Fleisch die Seligkeit!

Michel! wird dein Glaube schwächerOder stärker dein App’tit?Du ergreifst den LebensbecherUnd du singst ein Heidenlied!

Michel! fürchte nichts und labeSchon hienieden deinen Wanst,Später liegen wir im Grabe,Wo du still verdauen kannst.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Neue Gedichte, Zeitgedichte. S. 271–272, 1, Hoffmann und Campe, Hamburg, 1844
Digitalisat
de.wikisource.org — „Erleuchtung“, Fassung 4.615.936 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Heinrich Heine starb 1856; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1926 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118548018 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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