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Versbuch

Zwiegespräch

Conrad Ferdinand Meyer · 18251898

18 Zeilen in 6 Strophen · zuerst gedruckt 1882

Sonne:Meine Strahlen sind geknickte Speere,Ich versank in blut’ger Heldenehre –

Abendröthe:Wie der Ruhm, will ich mit lichten HändenIn das nahe Dunkel Grüße spenden.

Sonne:Folge deiner Sonne! Längs dem StrandeSchleppe nicht die dämmernden Gewande!

Abendröthe:Darf ich nicht ans Sterben mich gewöhnenMit den milden abgestuften Tönen?

Sonne:Eile dich! Bevor den jungen HeldenEines neuen Tages Fackeln melden!

Abendröthe:Ich bin dein, dir folg’ ich unaufhaltsam!Ich bin dein, doch zieh mich nicht gewaltsam …

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Gedichte, S. 145, 1. Auflage, Verlag von H. Haessel, Leipzig, 1882
Digitalisat
de.wikisource.org — „Zwiegespräch (Meyer)“, Fassung 4.467.838 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Conrad Ferdinand Meyer starb 1898; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1968 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118581775 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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