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Versbuch

Das hat er gut gemacht

Christian Felix Weiße · 17261804

36 Zeilen in 6 Strophen · zuerst gedruckt 1758

Clitandern macht sein Reichthum Sorgen:Der bringt ihm Geld, und der will borgen,Und jener handelt um den Pacht:O welche Quaal! um sie zu enden,Eilt er sein Reichthum zu verschwenden:Das hat er gut gemacht!

Stax fordert Geld, um froh zu leben,Sein Vater will ihm keines gebenVon Schätzen, die er toll bewacht:Er thut dem Vater einen Possen,Geht in den Krieg, und wird erschossen:Das hat er gut gemacht!

Mops, in Carossen herzufahren,Nimmt sich ein Weib von siebzig Jahren,Denn sie hat Geld, und er liebt Pracht;Nie hat ihm mehr als jetzt gefehlet:Im kurzen ist er todt gequälet,Das hat er gut gemacht!

Jobst, seiner Kinder Glück zu heben,Läßt sich des Adels Würde geben,Und lehrt sie ihres Standes Macht:Doch bey freyherrlichen GeberdenSieht sie die Welt zu Bettlern werden:Das hat er gut gemacht!

Ruffin will als Minister sterben,Und sucht durch Ränke zu erwerben,Worzu ihn kein Verdienst gebracht;Er steigt am Hof und fällt auch wieder,Der Höfling tritt ihn stolz darnieder:Das hat er gut gemacht!

Veit, der der Zeiten Bosheit kannte,Freut sich jetzt seiner alten Tante,Die seine junge Frau bewacht:Doch die zu menschlich sie zu quälen,Hilft ihr die jungen Buhler wählen:Das hat er gut gemacht!

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Scherzhafte Lieder. S. 57–58, 1. Auflage, Weidemann, Leipzig, 1758
Digitalisat
de.wikisource.org — „Das hat er gut gemacht“, Fassung 2.565.232 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Christian Felix Weiße starb 1804; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1874 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118630563 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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