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Versbuch

Wikinger

Alfred Henschke · 18901928

23 Zeilen in 5 Strophen · zuerst gedruckt 1913

(für John von Gorsleben)

Wir sind von einem fernen Nord geschwommenWie wilde Schwäne, südige Welt zu sehn,Und sind zu Menschen gekommen,An deren Schritten keine Flügel wehn.

Ihre Füße sind plump, ihre Haare sind schwarz,Ihre Weiber sind dick wie Walrosse.Wir schenken sie unserm Trosse.Wir sind Bäume. Aus unsern blonden Bärten tropft Harz.

Wir schlingen die Möwe roh in unsern Rachen.Unsere Drachen-SchiffeUnd wirHaben scharfen Zahn.Wir hacken ihn ohne List und KniffeIn feindlich Mensch und Tier.Und in unsrer Gattin Galan.

Aber wenn wir an dem neuen Strande zechenUnd den Fraun im Spaß die Schenkel brechen –Algenmoosumkränzt,Sklaven sind die Gassen, wir sind Lorde:Rauschts in unsern Augen blaue Fjorde,Die das Nordlicht rosa überglänzt.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Morgenrot! Klabund! Die Tage dämmern!, S. 40, Erich Reiß Verlag, Berlin, 1913
Digitalisat
de.wikisource.org — „Wikinger“, Fassung 1.228.573 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Alfred Henschke starb 1928; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1998 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 1182379923 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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