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Versbuch

Was machen die Soldaten?

Alfred Henschke · 18901928

30 Zeilen in 6 Strophen · zuerst gedruckt 1916

Was machen die Soldaten?Sie haben’s in der Macht,Die Mädigens zu lieben,Zu lieben, zu betrübenBei Tag und bei der Nacht.

Was machen die Soldaten,Wenn ihre Mutter weint?Marschieren schnell von dannen,Wenn auf die schwarzen TannenDie rote Sonne scheint.

Was machen die Soldaten?Sie müssen an den Feind.Sie stechen und sie schießen,Sie müssen Blut vergießen,Grad wie man es nicht meint.

Was machen die SoldatenIm Winter, wenn es schneit?Sie stehen tapfer PostenIm Westen und im Osten,Der Frühling ist nicht weit.

Was machen die Soldaten?Sie schießen übers GrabFür ihren Kameraden,Da sind drei Schüß geladen,Wie er’s verdienet hat.

Was machen die SoldatenZur schönen Sommerszeit?Es rauscht im Korn die Aehre,Sie schmücken die Gewehre,Zur Heimat sind sie bereit.

Quelle und Rechte

Textgrundlage
Dragoner und Husaren. Die Soldatenlieder von Klabund. S. 33-34, 5. Tausend, Georg Müller, München, 1916
Digitalisat
de.wikisource.org — „Was machen die Soldaten?“, Fassung 644.487 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
Gemeinfrei
Alfred Henschke starb 1928; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1998 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 1182379923 der Deutschen Nationalbibliothek.

Die Schreibweise ist die der angegebenen Druckausgabe und wurde nicht modernisiert. Was wie ein Tippfehler aussieht, ist in der Regel keiner.

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