Vorgefühl
Rainer Maria Rilke · 1875–1926
9 Zeilen in 2 Strophen · zuerst gedruckt 1906
Ich bin wie eine Fahne von Fernen umgeben.Ich ahne die Winde, die kommen, und muß sie leben,während die Dinge unten sich noch nicht rühren:Die Thüren schließen noch sanft und in den Kaminen ist Stille;die Fenster zittern noch nicht, und der Staub ist noch schwer.
Da weiß ich die Stürme schon und bin erregt wie das Meer.Und breite mich aus und falle in mich hineinund werfe mich ab und bin ganz alleinin dem großen Sturm.
Quelle und Rechte
- Textgrundlage
- Das Buch der Bilder 1. Buch Teil 2, S. 55, Zweite sehr vermehrte Auflage, Axel Junker Verlag, Berlin / Leipzig, Stuttgart, 1906
- Digitalisat
- de.wikisource.org — „Vorgefühl“, Fassung 2.353.157 · Bearbeitungsstand „fertig“ · abgerufen am 2026-08-28
- Gemeinfrei
- Rainer Maria Rilke starb 1926; das Urheberrecht ist mit Ablauf des Jahres 1996 erloschen (§ 64 UrhG in Verbindung mit § 69 UrhG). Sterbejahr belegt durch den GND-Datensatz 118601024 der Deutschen Nationalbibliothek.
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